29. Antike Fischernetze

Die Fischerei am Gardasee hat uralte Wurzeln, die bis in die Bronzezeit zurückreichen.

Zeugnisse davon stammen aus Ausgrabungen, die während der habsburgischen Herrschaft im Zuge des Baus des Handelkanals – der heutigen Uferpromenade Lungolago Garibaldi – durchgeführt wurden.

Die Funde lassen darauf schließen, dass sich die angewandten Fangtechniken im Laufe der Jahrtausende kaum verändert haben. Schon in römischer und mittelalterlicher Zeit waren die festen Fangstationen, die sogenannten Peschiere, für die Versorgung der Bevölkerung und für den Handel – insbesondere mit Städten wie Verona – von großer Bedeutung.

Ab dem 15. Jahrhundert belegen Notariatsakten, dass diese alten Peschiere sehr ertragreich waren und speziellen Vorschriften unterlagen, die ihre Nutzung regelten.

Besonders die Peschiera Pescarezzo, am Ausgang der Ponte dei Voltoni in Richtung Mincio gelegen, war die ertragreichste und daher die begehrteste von allen.

Heute kann man eine originalgetreue Rekonstruktion der verschiedenen Fangstationen sehen. Auffällig ist, dass der Eingang der Peschiera in Richtung der Strömung des Sees zeigt, während der hintere Teil, der sogenannte Cogolo, so konstruiert war, dass alle hineinschwimmenden Fische gefangen wurden.

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde diese jahrtausendealte Fangmethode nach und nach aufgegeben.